Madagascar II


Madagascar: Escape 2 Africa

(USA 2008, 89 min, 35mm, Scope)

 

Der Löwe Alex (Ben Stiller/Jan Josef Liefers), das Zebra Marty (Chris Rock/Rick Kavanian), die Giraffe Melman (David Schwimmer/Bastian Pastewka) und das Nilpferd Gloria (Jada Pinkett Smith/Claudia Urbschat-Mingues), die vor drei Jahren aus dem New Yorker Zoo ausgebrochen waren, sind wieder da. Damals auf Madagascar gelandet und dort bis jetzt bei König Julien (Sacha Baron Cohen/Stefan Gossler) als die „Freaks“ gelebt, setzen sie nun alles daran wieder zurück nach New York zu kommen.

Mit einem alten Flugzeug, den Pinguinen (Die Fantastischen Vier) als Flugpersonal, Julien und Null Treibstoff fliegen die vier los. Ziel: JFK, New York. Der Flug allerdings dauert nicht allzu lange und mit Bruchlandung (Kapitän Kowalski: „Wir haben zwei Nachrichten für unsere Passagiere. Eine gute und eine schlechte. Die gute, wir landen in Kürze. Die schlechte, es wird eine Bruchlandung.“) endet die Reise in Afrika.

Die vier Freunde stehen also kurz vor der Begegnung mit ihren Vorfahren. Sie sehen Antilopenherden in der Savanne umher rennen, Elephanten und vor allem ihre eigenen Artgenossen. Alex („Ich bin Alex. Mit X, wie New York Knicks“) trifft hier auf dem Ur-Kontinent auf seine Eltern. Vater Zuba (Bernie Mac/Engelbert von Nordhausen) ist als mutigster und stärkster Löwe der Anführer der Tiere. Als dessen Sohn muss Alex deshalb einen Test bestehen, jedoch wird er von dem listigen Löwen Makunga (Alec Baldwin/Klaus-Dieter Klebsch) reingelegt und da Alex den Kampf verliert, soll er verbannt werden und zwar von seinem Vater. Der weigert sich und so wird Makunga der neue Anführer. Dagegen muss natürlich etwas unternommen werden.

Das ist aber längst nicht das einzige Problem. Jeder der vier Freunde hat in Afrika so sein Päckchen zu tragen. Alex seinen Drang sich ständig beweisen zu müssen, Marty steckt mitten in einer Identitätskrise, Melman ist ganz krank vor Liebeskummer und die lebenslustige Gloria muss erst in die falsche Richtung gehen, bevor sie ihren Weg findet. Außerdem haben sie alle mit einer Reisegruppe ausgerechnet aus New York zu kämpfen, die sich nach einigen Problemen im Dschungel ein Camp aufbaut und die Wasserzufuhr für die Tiere verhindert.

Ob die New Yorker, die nach dem Motto „Wir haben den Asphaltdschungel überlebt, also werden wir es auch hier in Afrika schaffen“ ums Überleben kämpfen, im Duell Mensch gegen Tier die Nase vorn haben oder ob sich die Tiergemeinschaft zusammenrafft und als Sieger hervorgeht wird nicht verraten… Für alle, die „Madagascar“ gesehen haben: Alte Bekannte erheitern jedenfalls Leinwand und Gemüter – so die Agenten Kowalski & Co. aka die Pinguine, der stets hyperaktive und dauergrinsende König Julien und einige andere.

DreamWorks Animation hat im zweiten Teil der farbenfrohen Produktion grundlegende Fragen aufgeworfen: Woher komme ich? Wer bin ich? Was möchte ich im Leben? Wie in vielen anderen Zeichentrick- und Animationsfilmen werden hier durch die Figuren, die immer menschliche Züge tragen, zwischenmenschliche Probleme thematisiert und äußerst kindgerecht verarbeitet und dargestellt. Für Kinder und Erwachsene gibt es denn auch visuelle Referenzen auf andere Filme wie beispielsweise „Der König der Löwen“.

Mit Barry Manilows “… at the Copa, Copacabana, the hottest spot north of Havana …” enden fast 90 Minuten heiße Afrika-Sonne, wildes Farbenspektakel und herzerwärmende Freundschaftsszenen, bevor der Zuschauer – mag er nun klein oder groß sein – sich wieder auf weihnachtlich beleuchtete, nass-kalte Straßen begeben muss.

 

Text: Jennifer Borrmann, 06.12.2008

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